Trinkwassergenossenschaft Urltal: Erster Bauabschnitt startet noch heuer
Mit dem ersten von insgesamt drei Bauabschnitten beginnt die Trinkwassergenossenschaft Urltal nun mit der Umsetzung ihres großen Wasserversorgungsprojekts. Rund 90 Liegenschaften aus St. Peter-Dorf, Kürnberg und St. Michael sollen künftig über eine gemeinsame Versorgungsstruktur mit Trinkwasser aus dem Raum Waidhofen/Ybbs und Maria Neustift versorgt werden.
Am Montag, 28. September, stand im Gasthaus Theurezbacher die weitere Entwicklung der neu gegründeten Trinkwassergenossenschaft Urltal im Mittelpunkt. Obmann Hermann Stockinger gab den Mitgliedern einen Überblick über den aktuellen Planungsstand und die nächsten Schritte des umfangreichen Infrastrukturprojekts. Der Genossenschaft gehören mittlerweile rund 90 Liegenschaften aus St. Peter-Dorf, Kürnberg und St. Michael an.
Im Mittelpunkt steht zunächst der erste von drei geplanten Bauabschnitten. Errichtet wird eine Zuleitung von Sulzbach, wo an die Versorgungsleitung von Waidhofen/Ybbs und Maria Neustift angekoppelt wird, bis zum neuen Hochbehälter in Hochreith. Der Hochbehälter wird mit einer Förderung von 50 Prozent errichtet und bildet künftig einen wichtigen Baustein der neuen Versorgungsstruktur.
Auch die Marktgemeinde St. Peter in der Au ist Mitglied der Genossenschaft. Ihre Aufgabe liegt insbesondere bei der Verbindungsleitung zum Hochbehälter und der weiteren Verteilung in Richtung Kürnberg. Das notwendige Wasser wird von der Gemeinde in Waidhofen/Ybbs bzw. Maria Neustift angekauft und anschließend nach St. Peter in der Au geleitet.
Mit der Umsetzung des ersten Bauabschnitts soll noch im Herbst begonnen werden. Den Auftrag für die erforderlichen Erdarbeiten erhielt die Firma Stockinger Erdbau.
Wasserleitung und Glasfaser gemeinsam verlegen
Gleichzeitig werden die Bauarbeiten genutzt, um weitere Infrastruktur vorzubereiten: Die notwendigen LWL-Leitungen für die Glasfaserversorgung werden im Zuge des Ausbauprogramms des GDA mitverlegt. Damit können Synergien genutzt und zusätzliche Grabungsarbeiten vermieden werden.
Nach Fertigstellung ist die neue Leitung auf eine Fördermenge von rund 2,5 Litern pro Sekunde ausgelegt. Das entspricht etwa 160 m³ Wasser pro Tag und orientiert sich am durchschnittlichen Verbrauch der rund 90 angeschlossenen Liegenschaften.
Wichtig ist dabei die Einordnung: Die Anlage ist auf den normalen durchschnittlichen Bedarf ausgelegt und nicht darauf, außergewöhnliche Verbrauchsspitzen bei extremer Wasserknappheit – wie sie in diesem Sommer aufgetreten ist – abzudecken.
Vorsorge bleibt wichtig
Gerade die Erfahrungen der vergangenen Monate zeigen daher, dass die Eigenverantwortung der einzelnen Haushalte und landwirtschaftlichen Betriebe weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Obmann Hermann Stockinger appelliert insbesondere an die Landwirte, sich Gedanken über zusätzliche Speichermöglichkeiten zu machen: „Jeder Landwirt muss sich überlegen, ob es sinnvoll ist, zur Sicherung der Trinkwasserversorgung für Notfälle zusätzliche Behälter anzulegen.“
Mit dem Baustart des ersten Abschnitts wird nun ein wichtiger Schritt gesetzt. Die TWG Urltal schafft damit gemeinsam mit der Gemeinde die Grundlage für eine langfristig gesicherte Trinkwasserversorgung im ländlichen Raum. Gleichzeitig bietet die Abstimmung mit dem Glasfaserausbau die Möglichkeit, zwei wichtige Infrastrukturprojekte sinnvoll miteinander zu verbinden.